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Bedrohte Projekte als Chance nutzen und auf Kurs bringen

Project Turnaround eines agilen IT-Großprojekts

 

Erstes Release verschoben, Team verunsichert, Ampeln rot, Budgetnachforderung
Ein agiles IT-Großprojekt zur Weiterentwicklung eines Rechnergestützten Betriebsleitsystems (RBL) blieb bereits sechs Monate nach Start weit hinter Plan zurück – trotz 18-monatiger Anforderungsspezifikation und Proof-of-Concept, externer Projektleitung durch eine namhafte Beratung und viel zugekaufter Expertise in Form von Scrum-Coaches und Spezialisten. Der Projekterfolg war geschäftskritisch, denn der überwiegende Teil der rund 200 Anforderungen wurde von der Fachseite als entscheidend für Erfolgschancen in den bevorstehenden Ausschreibungen großer Teile des Stammgeschäfts gesehen. Nach Eskalation der Situation im Lenkungskreis war das Vertrauen des CIOs in die Projektleitung gestört. Ein Scheitern des Projektes hieße eine Bedrohung großer Teile von Umsatz und Arbeitsplätzen und damit letztlich auch seiner Reputation und Karriere. Wie konnte der CIO die Schieflage eingestehen, ohne selbst in der Kritik zu stehen, und gleichzeitig ein objektives Bild der Situation erhalten?

 

Pter Linnebach

Der CIO als Krisenmanager: Beauftragung eines Projekt Reviews
Unter dem Banner „Qualitätssicherung“ konnte Transparenz über Potentialquellen im Projekt geschaffen werden, ohne Personenkritik üben zu müssen. Stakeholder und Projektbeteiligte wurden offen in die Problemsuche und Lösungsidentifikation eingebunden. So entstand die Lösung aus dem Projekt heraus und wurde nicht durch eine interne Revision „aufgezwungen“.

„Durch die rechtzeitige, proaktive Beauftragung des Projekt Reviews kam unser Kunde einer von oben angeordneten Revision zuvor. Dies wurde vom Vorstand als gutes Krisenmanagement gewertet, die Schieflage wurde dem CIO zu keiner Zeit angelastet. Durch seine aktive Beteiligung saß er weiter im „Driver‘s Seat“ und konnte die Geschicke des Projekts aktiv beeinflussen. Im Rahmen einer internen Revision im Auftrag des Konzernvorstands wäre das anders gewesen: Dort hätte man auch ihn ‚reviewt‘ “. Peter Linnebach, Senior Consultant CORIVUS.

 

Schnell handlungsfähig werden und nicht „gutem Geld schlechtes hinterherwerfen“Prffelder CAG Projekt Review

Ein dreiköpfiges Team konnte auf Basis des CORIVUS-Ansatzes (Abb.1) binnen vier Wochen

ein transparentes Bild über Defizite und notwendige Maßnahmen schaffen.

 

Primäre Defizite:

1. Auffallend geringe und heterogene Entwicklungsproduktivität (Benchmark)

2. Ineffiziente Vertrags- und Verantwortlichkeitsstrukturen

3.  Invalide Projektausgangsschätzung und damit unrealistischer Projektauftrag

 

 

Turnaround durch „Good Practices“ im Projekt-management und stringentes Scope Management

CORIVUS übernahm die Projektleitung und setzte notwendige Maßnahmen in den Prüffeldern (Abb.1) um. Als besondere Herausforderung musste ein realistisches Zielbild „fit-to-budget“ mit den Stakeholdern erarbeitet werden. Jede Anforderung wurde auf ihren Business-Nutzen überprüft und gefiltert durch ein Scope Management in das neue Zielbild aufgenommen.

Vergleich korrigierter Plan und neues Zielbild:

 

Vergleich Projekt Parameter

 

 

 

 

 

Fazit:

Das realistische Zielbild schuf neues Vertrauen in den Erfolg des Projekts. Durch die Maßnahmen konnte Scrum endlich wirken und die Entwicklungsproduktivität erreichte das zu erwartende Niveau. Die Anforderungen aus den Ausschreibungen werden heute erfüllt. Der CIO profilierte sich als Krisenmanager und kam der internen Revision zuvor.

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